Lippenherpes ist eine häufige Virusinfektion, die durch das Herpes-simplex-Virus (HSV-1) verursacht wird. Viele Menschen tragen das Virus bereits seit ihrer Kindheit in sich, ohne Beschwerden zu haben. Nach einer Ansteckung bleibt das Virus lebenslang im Körper und kann beispielsweise durch Stress, Krankheit, Sonne oder ein geschwächtes Immunsystem erneut aktiviert werden. Eine frühzeitige Behandlung kann die Beschwerden und die Dauer des Ausbruchs möglicherweise vermindern. Antivirale Medikamente wirken am besten, wenn sie bereits bei den ersten Anzeichen eingesetzt werden. Lassen Sie sich dazu ärztlich, zahnärztlich oder in der Apotheke beraten.
Die verschiedenen Stadien von Lippenherpes
Der durchschnittlich zehn Tage dauernde Verlauf von Lippenherpes lässt sich in fünf Stadien einteilen:
Stadium 1 – Kribbeln, Jucken oder Brennen
Oft beginnt ein Herpes mit einem Kribbeln, Jucken, Brennen oder einem Spannungsgefühl an der Lippe. Zu diesem Zeitpunkt sind häufig noch keine sichtbaren Veränderungen vorhanden. Trotzdem kann sich bereits ein Herpes entwickeln. Eine Photobiomodulation mit einem niedrig dosierten Laser kann möglicherweise die Beschwerden lindern und den Heilungsverlauf unterstützen. Die wissenschaftliche Evidenz dazu ist jedoch noch begrenzt.
Stadium 2 – Bläschenbildung
Nach den ersten Beschwerden entstehen kleine, mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen. Die betroffene Stelle kann gerötet, gespannt oder empfindlich sein.
Stadium 3 – Die Bläschen platzen auf
Die Bläschen platzen auf, eine hochansteckende Flüssigkeit tritt aus und eine offene, nässende Wunde bleibt zurück. In dieser Phase ist die Stelle besonders empfindlich und eine Übertragung des Virus ist besonders hoch. Das Teilen von gleichen Gläsern und Besteck sollte vermieden werden.
Stadium 4 – Verkrustung
Die offene Stelle beginnt auszutrocknen und es bildet sich eine Kruste. Diese kann spannen, jucken oder bei Bewegungen der Lippe wieder aufreissen.
Stadium 5 – Heilungsphase
Die Kruste löst sich nach und nach und die Haut heilt ab.
Wann sollte der Termin verschoben werden?
Ein Lippenherpes ist von Beginn bis zum Schluss infektiös. Bei nicht dringlichen zahnmedizinischen Behandlungen sollte der Termin gemäss den Weisungen der American Academy of Oral Medicine (AAOM Clinical Practice Statement) vorzugsweise bis zur vollständigen Abheilung verschoben werden. Bei dringlichen Behandlungen erfolgt eine individuelle Risikoabwägung mit entsprechenden Schutzmassnahmen. Die Behandlung kann für die betroffene Stelle unangenehm sein, die frisch gebildete Kruste wieder aufreissen und die Heilung beeinträchtigen. Zudem möchten wir eine mögliche Übertragung vermeiden Bereits wenn erste Anzeichen wie Kribbeln oder Brennen auftreten, ist es sinnvoll, uns vor dem Termin zu kontaktieren, damit wir Sie individuell beraten können.
Sie sind unsicher?
Bitte sagen Sie uns bereits bei der Terminvereinbarung oder möglichst frühzeitig Bescheid, wenn Sie Lippenherpes haben oder erste Anzeichen bemerken. So können wir gemeinsam entscheiden, ob Ihr Termin wie geplant stattfinden kann oder ein neuer Termin sinnvoller ist. Keine Sorge: Lippenherpes ist nichts Ungewöhnliches. Wir gehen mit der Situation diskret um und beraten Sie gerne.